Website-Relaunch: Was passiert mit meinen bisherigen Google-Rankings?

Google-Rankings

Eine neue Website soll moderner aussehen, schneller laden und Besucher besser ansprechen. Doch was passiert mit den bisherigen Platzierungen bei Google, wenn sich Design, Inhalte oder Seitenadressen ändern? Und wie lässt sich ein Relaunch vorbereiten, damit wichtige Seiten weiterhin gefunden werden?

Ein Website-Relaunch ist mehr als ein neues Design. Häufig werden dabei die Navigation überarbeitet, Inhalte neu strukturiert, Bilder ausgetauscht oder das Content-Management-System gewechselt. Für Besucher kann das eine deutliche Verbesserung sein. Für Suchmaschinen bedeutet es jedoch, dass sie Teile der Website neu einordnen müssen.

Die gute Nachricht: Ein Relaunch führt nicht automatisch zu schlechteren Google-Rankings. Entscheidend ist, welche Änderungen vorgenommen werden und wie sorgfältig der Wechsel vorbereitet und begleitet wird.

Warum können sich Google-Rankings nach einem Relaunch verändern?

Google bewertet nicht nur das Erscheinungsbild einer Website. Für die Auffindbarkeit spielen unter anderem ihre Inhalte, die technische Zugänglichkeit, die interne Verlinkung und die Relevanz einzelner Seiten für bestimmte Suchanfragen eine Rolle.

Bei einem Relaunch können sich mehrere dieser Faktoren gleichzeitig ändern. Wird beispielsweise eine bisher gut auffindbare Leistungsseite entfernt, stark gekürzt oder unter einer neuen Adresse veröffentlicht, muss Google die neue Situation zunächst erfassen.

Dabei sind unterschiedliche Entwicklungen möglich: Manche Seiten behalten ihre Sichtbarkeit weitgehend, andere verlieren vorübergehend oder längerfristig an Platzierungen. Gut überarbeitete Inhalte können sich mit der Zeit auch besser positionieren. Eine bestimmte Rankingentwicklung lässt sich im Voraus nicht garantieren.

1. Bestehende Seitenadressen möglichst erhalten

Jede öffentlich erreichbare Unterseite besitzt eine eigene URL – also eine eindeutige Internetadresse.

Ein Beispiel:

https://www.beispiel.de/webdesign.html

Wird die Seite beim Relaunch künftig unter einer anderen Adresse veröffentlicht, etwa:

https://www.beispiel.de/leistungen/webdesign

ist die bisherige URL nicht mehr automatisch erreichbar.

Das betrifft nicht nur Google. Auch gespeicherte Lesezeichen, Links aus anderen Websites und ältere Beiträge können weiterhin auf die bisherige Adresse verweisen.

Mein Tipp: Prüfen Sie vor dem Relaunch, welche bestehenden URLs tatsächlich geändert werden müssen. Eine neue Website benötigt nicht zwangsläufig neue Seitenadressen. Wenn eine URL sinnvoll ist und zum neuen Aufbau passt, kann es vorteilhaft sein, sie beizubehalten.

2. Geänderte URLs mit 301-Weiterleitungen verbinden

Lässt sich eine Änderung der Seitenadresse nicht vermeiden, sollte die bisherige URL auf die passende neue Seite weiterleiten.

Dafür wird üblicherweise eine sogenannte 301-Weiterleitung eingesetzt. Sie teilt Browsern und Suchmaschinen mit, dass eine Seite dauerhaft unter einer anderen Adresse erreichbar ist.

Beispiel einer Weiterleitung

Bisherige Adresse:
www.beispiel.de/webdesign.html

Neue Adresse:
www.beispiel.de/leistungen/webdesign

Wichtig ist, dass die Weiterleitung zum richtigen Inhalt führt. Werden beispielsweise alle bisherigen Unterseiten pauschal auf die Startseite umgeleitet, finden Besucher die gesuchte Information möglicherweise nicht wieder.

Für einen Relaunch empfiehlt sich deshalb eine Zuordnungsliste: Welche bisherige URL bleibt bestehen, welche erhält eine neue Adresse und welche Weiterleitung wird dafür benötigt?

3. Wertvolle Inhalte nicht versehentlich entfernen

Bei der Modernisierung einer Website werden Texte häufig gekürzt, zusammengelegt oder vollständig neu geschrieben. Das kann sinnvoll sein – etwa wenn Inhalte veraltet, doppelt vorhanden oder schwer verständlich sind.

Problematisch wird es, wenn dabei wichtige Informationen verschwinden, nach denen potenzielle Kunden bisher gesucht haben.

Ein Beispiel: Eine bisherige Seite erklärt ausführlich, welche Leistungen ein Unternehmen anbietet, für wen diese geeignet sind und wie die Zusammenarbeit abläuft. Nach dem Relaunch steht dort nur noch ein kurzer Werbetext mit wenigen allgemeinen Aussagen.

Die neue Seite mag optisch ansprechend sein, beantwortet aber möglicherweise weniger Fragen als zuvor.

Mein Tipp: Prüfen Sie vor größeren Textänderungen, welche Inhalte weiterhin relevant sind. Ein Relaunch ist eine gute Gelegenheit, bestehende Informationen zu aktualisieren, verständlicher aufzubereiten und sinnvoll zu ergänzen – nicht nur, sie zu verkürzen.

4. Seitentitel und Meta-Beschreibungen überprüfen

Neben den sichtbaren Inhalten verdienen auch die SEO-Angaben jeder wichtigen Seite Aufmerksamkeit.

Der Seitentitel hilft Suchmaschinen und Besuchern dabei, das Thema einer Seite einzuordnen. Die Meta-Beschreibung kann als Beschreibung in den Suchergebnissen erscheinen, wobei Google je nach Suchanfrage auch einen anderen Text aus der Seite verwenden kann.

Beim Relaunch sollten diese Angaben deshalb nicht ungeprüft ausgetauscht oder für alle Seiten identisch hinterlegt werden.

Eine Leistungsseite zum Thema Webdesign benötigt beispielsweise einen anderen Titel und eine andere Beschreibung als eine Seite über Onlineshops oder Website-Wartung.

Achten Sie außerdem darauf, dass jede wichtige Seite eine eindeutige Hauptüberschrift besitzt und ihr Inhalt zum Seitentitel passt.

Eine neue Seitenstruktur bringt häufig eine überarbeitete Navigation mit sich. Dabei können interne Links übersehen werden – beispielsweise in älteren Blogbeiträgen, im Footer oder innerhalb von Leistungsbeschreibungen.

Ein Link kann nach dem Relaunch ins Leere führen oder auf eine Seite verweisen, deren Inhalt inzwischen an anderer Stelle zu finden ist.

Prüfen Sie daher nicht nur die Hauptnavigation, sondern auch:

  • Buttons und Textlinks innerhalb der Seiten
  • Links aus älteren Blogbeiträgen
  • Verweise auf Referenzen und Kontaktmöglichkeiten
  • Footer-Links und rechtliche Seiten
  • Bildverlinkungen und herunterladbare Dateien

Interne Links sollten möglichst direkt auf die endgültige neue Adresse zeigen. Eine Weiterleitung ist hilfreich für bestehende alte Links, ersetzt aber keine sorgfältige Aktualisierung der eigenen Website.

6. Die technische Erreichbarkeit sicherstellen

Auch eine optisch und inhaltlich gelungene Website kann nach dem Relaunch Probleme bereiten, wenn Suchmaschinen wichtige Seiten nicht mehr abrufen oder indexieren können.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen deshalb die technischen Einstellungen. Wurde die neue Website beispielsweise zunächst in einer geschützten Testumgebung aufgebaut, muss vor dem Livegang geprüft werden, ob unbeabsichtigte Sperren für Suchmaschinen bestehen bleiben.

Ebenso sollten die XML-Sitemap, Canonical-URLs und die mobile Darstellung kontrolliert werden. Die Sitemap hilft Suchmaschinen dabei, die vorgesehenen Seitenadressen zu entdecken. Canonical-Angaben können verdeutlichen, welche URL bei mehreren ähnlichen Adressen als bevorzugte Version vorgesehen ist.

Auch Ladezeiten, fehlerhafte Bilder und nicht erreichbare Seiten gehören zur technischen Abschlussprüfung.

7. Nach dem Livegang weiter beobachten

Mit der Veröffentlichung ist ein Relaunch noch nicht vollständig abgeschlossen.

Erst auf der öffentlich erreichbaren Website zeigt sich, ob alle Weiterleitungen korrekt funktionieren, wichtige Seiten indexierbar sind und die neue Struktur wie vorgesehen arbeitet.

Die Google Search Console kann dabei helfen, die Entwicklung zu beobachten. Dort lassen sich unter anderem Suchanfragen, Klicks, Impressionen und Hinweise auf Probleme bei der Indexierung auswerten.

Kurzfristige Schwankungen nach größeren Änderungen sind möglich. Entscheidend ist, Auffälligkeiten zu prüfen, statt jede Veränderung sofort als dauerhaftes Problem zu bewerten.

Checkliste: Das sollte vor und nach einem Website-Relaunch geprüft werden

  • Bestehende Seiten und URLs erfassen
  • Wichtige Inhalte und Seitentitel überprüfen
  • Alte und neue URLs einander zuordnen
  • Notwendige 301-Weiterleitungen einrichten
  • Navigation, Buttons und interne Links testen
  • Bilder, Dateien und Kontaktmöglichkeiten prüfen
  • Mobile Darstellung und Ladezeiten kontrollieren
  • XML-Sitemap und Canonical-URLs prüfen
  • Unbeabsichtigte Indexierungssperren ausschließen
  • Nach dem Livegang Erreichbarkeit und Search Console kontrollieren

Fazit: Ein Relaunch braucht mehr als ein neues Design

Eine moderne Website soll nicht nur gut aussehen, sondern auch nach der Veröffentlichung zuverlässig erreichbar und auffindbar bleiben. Dafür sollten bestehende Inhalte, Seitenadressen und technische Einstellungen von Anfang an in die Planung einbezogen werden.

Wer einen Relaunch sorgfältig vorbereitet, reduziert vermeidbare Risiken für die bisherige Sichtbarkeit seiner Website. Eine Garantie für unveränderte Google-Rankings gibt es dennoch nicht.

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